Pädagogen mit Fell, Federn und Flossen

Was Heimtiere in Bildung und Erziehung leisten

Die Themen:

  • Heimtiere fördern die Entwicklung von Kleinkindern
  • Schulkinder lernen besser mit Tieren
  • Entspanntes Klassenklima durch einen Schulhund
  • Tiergestützte Pädagogik für Kinder mit Förderbedarf
  • Umfrage zu Tieren in Schulen
  • Aufwachsen mit Heimtieren

Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, sogar Mäuse, Vögel und Fische haben pädagogische Effekte auf Kinder. Viele Lehrkräfte in deutschen Bildungseinrichtungen haben die positive Wirkung von tiergestützter Pädagogik erkannt.

So hat sich seit den 1990er Jahren das Konzept des Schulhundes im deutschsprachigen Raum etabliert. Einer Studie zufolge werden 40 Prozent aller Schulhunde an Förderschulen und 30 Prozent an Grundschulen eingesetzt – also für die Arbeit mit sehr jungen oder förderbedürftigen Kindern.

Bei einer Umfrage für Mars Petcare gaben drei von vier Schulen an, Tiere im Unterricht einzusetzen. Jede dritte der befragten Förderschulen und jede vierte der befragten Grundschulen hält sogar eigene Tiere. Die große Mehrheit der Schulleiter sprach sich dafür aus, die Integration von Tieren im schulischen Umfeld auszuweiten. Dabei ist das Einsatzspektrum breit gefächert und der Einsatz der Tiere entspricht den Bedürfnissen der Kinder mit der Natur in Kontakt zu kommen.

Auch in Kindergärten und Jugendeinrichtungen setzen Erzieher zunehmend auf eigene Heimtiere oder Tierbesuchsdienste, um die Kinder Verantwortungsbewusstsein, Rücksichtnahme und den Umgang mit Tieren zu lehren. „Wenn in Kindergärten eine ganz leise und rücksichtsvolle Atmosphäre herrscht, weil der Hund so ein sensibles Gehör hat, dann bekommt man eine Idee, was tiergestützte Arbeit leisten kann“, wird eine Hundebesitzerin zitiert, die seit Jahren Tierbesuchsdienste absolviert.

Neben diesem gezielten Einsatz in Bildungseinrichtungen leisten Tiere auch im eigenen Zuhause wertvolle erzieherische Arbeit – und zwar ohne den ungeliebten erhobenen Zeigefinger.

Denn auch bei Kleinkindern fördern Tiere die Entwicklung. Kinder haben eine natürliche Affinität zu Tieren. Als Spielgefährten, Beschützer und zuverlässige Freunde sprechen Tiere tiefliegende kindliche Bedürfnisse an und geben sozialen Halt. Außerdem wird den Kindern durch das Verhalten der Tiere eine Sensibilität für nonverbale Kommunikation vermittelt.

Leseprobe aus der Mars Heimtier-Studie 2013


Schulen wünschen sich mehr Tiere im Unterricht

Eine Umfrage für Mars Petcare an 291 deutschen Grund- und Förderschulen zeigt, dass viele Schulleiter und Lehrkräfte den Wert von tiergestützter Pädagogik erkannt haben. So ergab die Auswertung der Befragung per EMail und Fax im September 2012, dass jede vierte dieser Schulen eigene Tiere hält. Besonders verbreitet ist die Haltung von Tieren in Förderschulen, wo sogar jede dritte auf tierische Co-Pädagogen setzt.

Mehr als die Hälfte der befragten Grundschulen (55 Prozent) befürworten eine Ausweitung des Einsatzes von Tieren im Unterricht. Bei den Förderschulen liegt diese Quote sogar noch höher: Drei von vier Schulen (75 Prozent) sprechen sich für eine Ausweitung des Einsatzes von Tieren aus. Nur 19 Prozent lehnen eine Ausweitung der Integration von Tieren ab.

Die Schulen nennen vielfältige Gründe für ihre Einschätzung. Für eine Ausweitung des Tiereinsatzes spricht demnach:

  • Tiere steigern Emotionalität und Sozialkompetenz (51 Nennungen)
  • Erlernen des richtigen Umgangs mit Tieren, Angstminderung (34 Nennungen)
  • Tiere/Natur als Unterrichtsgegenstand (12 Nennungen)
  • Positive therapeutische Wirkung auf: Lernverhalten (48 Nennungen), Verantwortungsbewusstsein (35 Nennungen), Rücksichtnahme, Ruhe und Aufmerksamkeit im Klassenzimmer (24 Nennungen), Steigerung der (Lern-)Motivation (21 Nennungen), Persönlichkeitsentwicklung/Selbstvertrauen (14 Nennungen), Beweglichkeits-/ Wahrnehmungsförderung (3 Nennungen)

Gegen eine Ausweitung des Tiereinsatzes nannten die Schule folgende Argumente: 

  • Bereits genug Tiere in der Schule vorhanden (11 Nennungen)
  • Tiere können im Umfeld privat erlebt werden (8 Nennungen)
  • Ablenkung (3 Nennungen)
  • Hoher Pflege- und Organisationsaufwand (4 Nennungen)
  • Tierschutzgründe (5 Nennungen)
  • Allergien (3 Nennungen)
  • Sicherheitsaspekte (1 Nennung)

Zusammenfassung des Kapitels

  1. Der Einsatz von Tieren als gezieltes pädagogisches „Instrument“ entspricht dem Bedürfnis von Kindern, in Kontakt mit der Natur zu kommen.
  2. Kindergärten und andere vorschulische Angebote setzen auf Tierbesuchsdienste oder eigene Tiere, um Kindern den Umgang mit anderen Lebewesen nahe zu bringen.
  3. Die Anwesenheit von Heimtieren fördert bei Kindern positive Verhaltensweisen wie Empathie, Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer sowie das Verantwortungsgefühl.
  4. Seit knapp 20 Jahren etabliert sich ein erfolgreiches Konzept: Hunderte Schulhunde halten sich derzeit an mehreren Tagen in der Woche in deutschen Klassenzimmern auf.
  5. Schulhunde werden vornehmlich in Grund- und Förderschulen und demnach vor allem für die Förderung von sehr jungen oder bedürftigen Kindern eingesetzt.
  6. Vielversprechend sind auch die Erfahrungen mit Lesehunden, die Schülern die Freude am Lesen wiedergeben und beim Abbau von Hemmungen und Ängsten helfen sollen.
  7. Auch im Kontakt mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen konnten Tiere Eigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, Rücksichtnahme und Empathie fördern sowie Aggressionen und Unruhe abbauen.
  8. Kinder sehen Heimtiere als Tröster, Vertraute, Spielkameraden und Schützling zugleich.
  9. Ein Tier stärkt das Selbstbewusstsein eines Kindes, wenn es altersgerecht in die tägliche Pflege und Betreuung einbezogen wird.
  10. Neben den psychologischen Effekten wirkt sich ein Heimtier auch gesundheitlich positiv auf Kinder aus, wie verschiedene internationale Studien beweisen konnten.

Sie möchten noch mehr über den Einsatz von Tieren als Co-Pädagogen erfahren? Lesen Sie weiter in der Mars Heimtier-Studie 2013.