Heimtiere in sozialer Mission

Was Tiere für die Gesellschaft leisten –
und was Menschen ihnen zurückgeben

Die Themen:

  • Heimtiere gegen Vereinsamung
  • Heimtiere geben Struktur
  • Tierschutz - Geschichte und Aufgaben
  • Tierheime
  • Tiertafeln
  • Animal Hoarding
  • Tiere und ältere Menschen
    • Vermeidbare Altersleiden
    • Heimtiere als Prävention
    • Tiere für Kranke und ihre Pfleger
    • Tiere in Alteneinrichtungen
  • Tiere mit Beruf
    • Diensthunde
    • Rettungshunde
    • Zollhunde

Als Sozialarbeiter mit Fell, Federn oder Flossen leisten Tiere große Dienste für die Gesellschaft. Sie sind Lebensretter als Polizei- oder Rettungshunde, sie geben Einsamen und Alten als Lebenspartner Sinn und Struktur, sie verbessern als Stimmungsaufheller die Betreuung der stark wachsenden Bevölkerungsgruppe von Senioren und regen diese zur Bewegung und Kommunikation an.

Seit dem Jahr 2000 setzen die Leiter von Seniorenheimen vermehrt auf Tierhaltung und Tierbesuchsdienste. Bei einer Umfrage des Sozialforschungsinstituts ISIS für Mars Petcare kam zutage, dass 87 Prozent der befragten Heime ihren Bewohnern die Tierhaltung erlauben.

Die positiven Effekte: Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel und Fische hellen den Heimalltag auf, sie geben alten Menschen Struktur und eine Aufgabe, sie ermöglichen Körperkontakt und Zärtlichkeit. Ebenso werden bei vielen Senioren schöne Erinnerungen an die Vergangenheit geweckt. Auch die Beziehung der Heimbewohner untereinander sowie der Umgang mit den Pflegekräften verbessern sich durch die Anwesenheit von Tieren merklich.

Die Mehrheit der befragten Seniorenheime hält zusätzlich eigene Tiere oder organisiert regelmäßige Tierbesuchsdienste. Allein der Verein Tiere helfen Menschen mit fast 1000 Hunden besucht 538 Altenheime bundesweit.

Diese positive Wirkung von Heimtieren auf ältere Menschen bestätigt auch das Robert Koch-Institut (RKI). Aufgrund ihrer Eigenschaft als sozialer Katalysator sowie ihrer motivierenden und aktivierenden Effekte empfiehlt das RKI die Haltung von Tieren in Alten- und Pflegeheimen ausdrücklich.

Leseprobe aus der Mars Heimtier-Studie 2013


Tiere mit Beruf

Abgesehen von Katzen, die auf dem Land als Mäusejägerinnen arbeiten, sowie den Besuchstieren in Altenheimen üben von den typischen Heimtieren nur die Hunde echte Berufe aus. Die Assistenzhunde wurden als unentbehrliche Helfer behinderter und kranker Menschen bereits im Kapitel 8 vorgestellt. Die Diensthunde der Polizei, der Bundespolizei und des Zolls helfen den Beamten, für Sicherheit und Gerechtigkeit zu sorgen. In der Bundeswehr schützen Hunde das Leben von Soldaten, indem sie Explosivstoffe und Minen melden. Als Rettungshunde helfen sie dabei, Verirrte und Verschüttete zu finden und retten ihnen damit das Leben. Wachhunde sichern das Hab und Gut ihrer Besitzer, Schimmelpilzhunde zeigen gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzbefall in Wohnungen an. Herdengebrauchshunde wie Hüte- und Treibhunde werden zwar immer seltener, aber immer noch im Umgang mit Nutztieren eingesetzt...


Zusammenfassung des Kapitels

Heimtiere leisten vielfältige Dienste für die ganze Gesellschaft:

  1. Sie fördern soziale Kontakte als Gegenpol zur Tendenz der zunehmenden Vereinsamung und leisten allein lebenden Menschen Gesellschaft.
  2. Sie sind soziale Lehrmeister und vermitteln Kinder wie Erwachsenen Mitgefühl, Toleranz und Verständnis für andere Lebewesen (Menschen inbegriffen) und Lebensformen.
  3. Sie geben Personen, die am Rande der Gesellschaft leben, Halt, Sinn und Lebensmut. Sie geben ihnen eine Aufgabe und ihrem Alltag Struktur.
  4. Sie vermitteln älteren Menschen das Gefühl, geliebt und gebraucht zu werden. Sie schenken ihnen Sicherheit und Geborgenheit.
  5. Sie tragen dazu bei, dass Menschen alt werden, dabei gesund bleiben und lange Zeit selbstständig leben können.
  6. Sie helfen auf diese Weise, die Gesundheitsausgaben zu reduzieren und entlasten die Sozialkassen.
  7. Sie verbessern die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Kranken und Pflegebedürftigen. Sie fördern deren verbliebene Fähigkeiten erheblich.
  8. Sie entlasten damit auch die Pflegekräfte bei ihrer anspruchsvollen Arbeit.
  9. Sie helfen als Hunde mit Beruf und feiner Nase dem Staat, für Sicherheit und Gerechtigkeit zu sorgen, retten Menschenleben, schützen Nutztiere, bewachen das Hab und Gut ihrer Besitzer und spüren unsichtbare Feinde der Gesundheit in Wohnungen auf.
  10. Sie sind sowohl Mitglieder der Familie als auch wichtige Teile der Gesellschaft. Sie verdienen unseren Schutz und unsere Fürsorge, daher leisten Tierschutzverbände und Tiertafeln nicht nur wertvolle Dienste für einzelne Tiere und Menschen, sondern für die Gesellschaft als Ganzes.

Viele Menschen möchten den Heimtieren in Deutschland etwas zurückgeben. Mehr über das Engagement im Tierschutz, bei Tiertafeln oder in gemeinnützigen Organisationen und noch vieles mehr zum Thema „Heimtiere in sozialer Mission“ finden Sie in der Mars Heimtier-Studie 2013