Heiler und Helfer

Wie unsere Gesundheit von Heimtieren profitiert

Die Themen:

  • Beziehungsgeflecht von Mensch, Tier und Umwelt
  • Kosten im Gesundheitswesen
  • Tiere im Krankenhaus
  • Tiere in der Therapie
  • Assistenzhunde
    • Finanzierung und Rechte
    • Blindenführhunde
    • Behindertenbegleithunde
    • Gehörlosenhunde
    • Epilepsie-Anfallswarnhunde
    • Diabetikerhunde
    • Hunde in der Diagnostik
  • Gastbeiträge von Prof. Dr. Kurt Kotrschal, Universität Wien, und Dr. Andrea Beetz, Universität Wien und Rostock: „Tiere und Gesundheit“ und „Tiergestützte Intervention und Fördermaßnahmen“
  • Gastbeitrag von Sabine Häcker, IHK und BHV: „Mehr Rechte für Assistenzhunde“
  • Gastbeitrag von Dr. Andreas Schwarzkopf, Institut Schwarzkopf: „Interaktion mit Tieren aus hygienischer Sicht“
  • Gastbeitrag von Dr. Rainer Wohlfahrth, ESAAT: „Zehn Thesen zu tiergestützter Therapie“
  • Gastbeitrag von Dr. Markus Grabka, DIW Berlin: „Heimtierbesitzer gehen seltener zum Arzt“

Heimtierhaltung kann dazu beitragen, stressbedingten Beschwerden, Kreislauferkrankungen, Übergewicht oder Diabetes mellitus vorzubeugen. Wer zum Beispiel einen Hund hält, bewegt sich mehr, stärkt Herz und Kreislauf und kann leichter ein gesundes Gewicht halten. Außerdem können Tiere als Katalysatoren zwischenmenschliche Kontakte fördern und Gespräche in Gang bringen. Auf diese Weise werden Einsamkeit und Isolation als Auslöser von psychischen Problemen vermieden oder überwunden.

Heimtierbesitzer gehen einer Studie zufolge um 15 Prozent seltener zum Arzt und tragen dazu bei, die in Deutschland explodierenden Gesundheitskosten von 287 Milliarden Euro im Jahr 2011 einzudämmen. Bei kranken Menschen können Heimtiere Schmerz und Angst mildern, so dass der Medikamentenverbrauch sinkt. Ebenfalls trägt der fundierte Einsatz von Tieren in der Prävention, Therapie und Rehabilitation dazu bei, die Kostenlawine im Gesundheitswesen abzubremsen.

Im Rahmen tiergestützter Therapien können sie als „Eisbrecher“ die Bindung zwischen Therapeut und Patient verbessern und so zu einem schnelleren Behandlungserfolg beitragen. Und auch  in der Diagnostik, in der Behandlung von Kindern im Wachkoma und bei der Therapie von Krebs werden Tiere heute eingesetzt.

Auch Kinder, die in einem Haushalt mit Heimtieren aufwachsen, können gesundheitlich vom Tierkontakt profitieren.

Denn Tiere steigern die Lebensqualität: Für die wachsende Zahl der Alleinlebenden in Deutschland sind sie gute Gesellschafter oder sogar Partner- oder Kinderersatz. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Heimtiere die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen erleichtern. Sie geben Zuneigung und helfen beim Stressabbau, sie bringen ihre Halter in Bewegung und geben ihnen eine Aufgabe.

Aber auch als Assistenten im Alltag können sie zum Beispiel als Blindenführhund oder Behindertenbegleithund dazu beitragen, dass kranke oder behinderte Menschen ein mobileres, selbstbestimmtes Leben führen können. Rund 10.000 Blindenführhunde und mehr als 3000 Assistenzhunde (zum Beispiel für Rollstuhlfahrer) sind in ganz Europa im Einsatz und leisten jeden Tag wertvolle Hilfestellung. Probleme bereitet jedoch noch, dass in verschiedenen Bereichen wie in Geschäften und Restaurants oder auch in manchen Arztpraxen Hunden, und somit auch den meisten Assistenzhunden, der Zutritt verweigert wird. Für Assistenzhundehalter bedeutet das, dass sie bestimmte Dienstleistung nicht in Anspruch nehmen können.

Leseprobe aus der Mars Heimtier-Studie 2013


Der Behindertenbegleithund

Ein Behindertenbegleithund (Service dog) führt alle alltäglichen „Handreichungen“ aus, die beispielsweise für einen Rollstuhlfahrer in der Regel nur mit fremder Hilfe zu bewerkstelligen sind: das Öffnen von Türen und Schubladen, das An- und Auskleiden, das Aufheben heruntergefallener Gegenstände, das Bringen des Telefons, das Betätigen des Lichtschalters, das Ausräumen der Waschmaschine und vieles mehr. Darüber hinaus haben die Service dogs gelernt, im Notfall Hilfe zu holen. Kurz: Der Hund ermöglicht dem Behinderten ein weitgehend unabhängiges Leben und entlastet Angehörige und Pflegepersonal erheblich. Kosten und Ausbildung für einen Behindertenbegleithund gleichen jenen eines Blindenführhundes. Allerdings muss der Behindertenbegleithund vom Behinderten selbst oder durch Spenden finanziert werden…


Zusammenfassung des Kapitels

  1. Was viele Menschen intuitiv schon immer wussten, hat die Wissenschaft bestätigt: Tiere fördern die Gesundheit.
  2. Heimtierhaltung kann dazu beitragen, stressbedingten Erkrankungen wie beispielsweise Kreislauferkrankungen, Übergewicht oder Diabetes mellitus vorzubeugen.
  3. Hundehaltung bringt Menschen zusätzlich in Bewegung und stärkt so Herz und Kreislauf, hilft ein gesundes Gewicht zu halten und kräftigt den gesamten Bewegungsapparat.
  4. Tiere können als soziale Katalysatoren zwischenmenschliche Kontakte fördern und Gespräche in Gang bringen. Auf diese Weise können Einsamkeit und Isolation als Auslöser psychischer Probleme vermieden oder überwunden werden.
  5. Die positiven Wirkungen von Tieren entfalten sich besonders bei kranken Menschen. Mögliche Effekte sind Linderung von Schmerz oder Angst, die Genesung kann schneller eintreten, die Lebensqualität trotz Krankheit verbessert werden. Medikamentenverbrauch und Therapiekosten können unter Umständen so verringert werden.
  6. Tiere können als „Eisbrecher“ in der Therapeuten-Patient-Beziehung wirken, vertrauensvolle Gespräche und dadurch schnellere Behandlungserfolge ermöglichen.
  7. Professionelle Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen können mit dem gezielten Einsatz von Tieren ihre Behandlung intensivieren und unter Umständen einen rascheren und nachhaltigeren Therapieerfolg erzielen - nicht zuletzt, weil das Tier den Patienten mehr motiviert und aktiviert, als es der Therapeut allein könnte.
  8. Tiergestützte Aktivitäten durch geschulte Freiwillige und ihre Tiere verhelfen Patienten in Krankenhäusern, in der Rehabilitation oder in Pflegeheimen zu mehr Lebensfreude. Sie aktivieren und motivieren zu Bewegung und Kontakt mit anderen Menschen.
  9. Die Unterstützung eines Assistenzhundes ermöglicht vielen Menschen mit Handicap ein selbstbestimmtes und weitgehend unabhängiges Leben, das vorher undenkbar für sie war. Die Hunde helfen mit unersetzlichen Handreichungen, geben dem behinderten Menschen neues Selbstvertrauen und erleichtern Kontakte zu anderen Menschen.
  10. Angesichts der Kostenlawine im Gesundheitswesen, die durch den demographischen Wandel noch gewaltiger werden wird, könnten die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Tieren für die Gesellschaft noch wertvoller werden. Kosten für Anschaffung und Unterhalt sind im Vergleich zu dauerhafter Medikamentierung, der Therapie eines Herzinfarkts oder sogar Pflegebedürftigkeit geradezu lächerlich gering.

Dies ist nur ein kleiner Auszug von dem, was Tiere heute schon zu unserer Gesundheit beitragen. Sie möchten wissen, was Tiere darüber hinaus im Ressort Gesundheit leisten? - In der Mars Heimtier-Studie 2013 erfahren Sie mehr.