Hunde helfen gegen Traumata

Tagung bei Mars Petcare

Wer von einem Auslandseinsatz der Bundeswehr in den deutschen Alltag zurückkehrt, leidet nicht selten unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Der Verein H.I.T. hat bei seiner Tagung im Konferenzzentrum von Mars Petcare die Frage diskutiert, wie die Betroffenen hundegestützte Hilfe erhalten können.
 
Verden, 04. Dezember 2015 – Der Fuß wippt ununterbrochen. Der ganze Körper von Oliver R. ist angespannt. Als PTBS-betroffener Soldat nimmt er an der Tagung des Vereins H.I.T. („Hundegestützte Interventionen bei Trauma“) im Verdener Konferenzzentrum von Mars Petcare teil. Es fällt ihm schwer, den ganzen Tag unter Menschen, in engen Räumen zu sein. Aber er möchte der Runde von den guten Erfahrungen mit seinem Hund zuhause berichten. „Wenn der Hund da ist, raste ich nicht aus“, sagt er mit stockender Stimme. Auch seinen Kindern und seiner Frau falle es nun leichter, sich in seiner Gegenwart zu entspannen. Das Tier habe die Familie wieder ein Stück näher zusammen gebracht und den Alltag mit der schweren Diagnose PTBS lebenswerter gemacht.

Das ist das Ziel des Vereins H.I.T., der von Psychologen und früheren Bundeswehr-Angehörigen gegründet wurde: Traumatisierte Soldaten, Polizisten, Feuerwehrleute oder Rettungskräfte dabei zu unterstützen, sich einen geeigneten Familienhund anzuschaffen und so das eigene Leben wieder in den Griff zu kriegen. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Tiere Sicherheit und Entspannung vermitteln können“, erklärt PD Dr. Andrea Beetz, H.I.T.-Vorsitzende, Psychologin und Wissenschaftlerin an den Universitäten Wien und Rostock. „Der Kontakt zu einem freundlichen Hund kann PTBS-Betroffenen im Umgang mit der Angst helfen und sie motivieren, wieder soziale Kontakte zuzulassen.“

Um bei der Tagung Konzepte, Herausforderungen und Finanzierungsmöglichkeiten zu diskutieren, hatte der Verein H.I.T. unter anderem Oberfeldarzt Ludger Gutsmiedl, Leiter der Sektion Psychiatrie und Psychotherapie am Bundeswehrkrankenhaus Westerstede, und Sabine Häcker, Tierärztin mit langjähriger Erfahrung in der Ausbildung von Assistenzhunden, als Referenten eingeladen. „Als langjähriger Förderer der Mensch-Tier-Beziehung freuen wir uns, diese wichtige Tagung in unserem Konferenzcenter auszurichten und so das neue Feld der PTBS-Assistenzhunde unterstützen zu können“, sagte Kristina Richter, Unternehmenssprecherin von Mars Petcare. „Es ist sehr beeindruckend und vielversprechend, welche positiven Effekte der Umgang mit Hunden auf traumatisierte Menschen haben kann.“