Politik erkennt gesundheitlichen Nutzen von Heimtieren

In einer Sitzung in den Räumen des Deutschen Bundestags haben sich Politiker überparteilich und intensiv mit den positiven Auswirkungen von Tierkontakt auf die menschliche Gesundheit auseinandergesetzt. Das „Forum Heimtier“ fordert die Politik auf, diesen gesundheitlichen Nutzen der Tiere stärker anzuerkennen und zu fördern.

Berlin, 26. März 2015 – Heimtierhalter gehen um bis zu 15 Prozent weniger zum Arzt als der durchschnittliche Deutsche. Dieses Studienergebnis war eines von vielen Themen, mit denen sich das „Forum Heimtier“ am Mittwoch beschäftigte. Der Zusammenschluss aus Politikern, Wissenschaftlern und Interessenverbänden kam zu dem Konsens, dass die gesundheitliche Bedeutung von Heimtieren mehr Anerkennung und Förderung von der deutschen Politik verdient. Denn laut verschiedener Studien können Tiere nicht nur bei psychischen und physischen Krankheiten helfen, sondern auch dazu beitragen, dass die öffentlichen Ausgaben für Gesundheit sinken.

„Es ist beeindruckend, wie vielfältig die positiven Auswirkungen sind, die der Kontakt zu Tieren auf gesunde und kranke Menschen haben kann. Hier sollten wir ansetzen und den therapeutischen Einsatz von Tieren stärker fördern“, sagte Christina Jantz, Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Schirmherrin des „Forum Heimtier“.

„Der Nutzen von Heimtieren für die Gesundheit wird stark unterschätzt“, fügte Tino Sorge (CDU), Mitglied des Bundestages und ebenfalls Schirmherr des Forums, hinzu. „Ich setze mich dafür ein, die Forschung in diesem Bereich zu verstärken, vorhandene Studienergebnisse, zum Beispiel zu positiven Effekten von Heimtieren auf Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aufzugreifen und weiterzuentwickeln.“

In diesem Zusammenhang klärte die international renommierte Mensch-Tier-Forscherin, PD Dr. Andrea Beetz, die Runde über den aktuellen Stand der Forschung auf: „Der positive Effekt der Interaktion mit Tieren auf das autonome Nervensystem ist wissenschaftlich gut belegt. Der Kontakt zu freundlichen Tieren hilft, Blutdruck und Herzfrequenz zu senken und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle zu vermeiden“, sagte Dr. Beetz. „Auch auf hormoneller Ebene zeigt sich der Entspannungseffekt von Hunden, die beim Menschen das Stresshormon Cortisol reduzieren können.“

Von diesen Effekten profitieren immer häufiger auch Patienten in tiergestützten Therapien. Erste vielversprechende Erfahrungen wurden mit der tiergestützten Behandlung von Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) gemacht. So berichtete die Sozialpädagogin Ingrid Stephan vom Institut für soziales Lernen mit Tieren von erfolgreichen Therapiewochen auf ihrem Hof bei Hannover mit betroffenen Soldaten und ihren Familien.

Zusammengefasst wird der Nutzen von Tierkontakt für die menschliche Gesundheit in dem Buch „Heimtiere und Gesundheit“, das während der Sitzung des „Forum Heimtier“ in den Räumen des Bundestags erstmals vorgestellt wurde.